Umweltpreis 2019


1. Platz in der Kategorie Schulprojekte im Bezirk Berlin Mitte
Unsere Arbeit in den vergangenen zwei Jahren zeichnete das Bezirksamt am 29. Mai 2019 im Schul-Umwelt-Zentrum mit dem Umweltpreis aus. Wir möchten uns ganz herzlich bei unseren Förderern und Unterstützer*innen bedanken. Das sind im Besonderen das
Quartiersmanagement Soldiner Kiez, die Kiezkunstwerkstatt Made in Wedding und Albatros Outdoor in Beeskow. Ohne die engagierten Pädagogen in der Car-Kreamer-Grundschule wäre das Projekt jedoch nicht möglich gewesen.
Dank ihres Einsatzes füllten die bisherigen drei Teilnehmergruppen, die jetzigen und ehemaligen Schüler*innen der Grundschule, das
Projekt mit Leben. Gemeinsam ließen wir uns von den Kindern inspirieren, die uns neue Blickwinkel aufzeigten. So entwickelten wir das Projekt inhaltlich fort und passten es an die Bedürfnisse der Kinder im Kiez an.

 

 
                                         


 

 

 

 

 

   

 

Natur und Ich

Das Projekt

Ein Projekt der P.U.K. a malta gGmbH, gefördert durch das Quartiersmanagement Soldiner Kiez in Kooperation mit der Carl-Kraemer-Grundschule.

Was ist Natur? Wo ist mein Platz in ihr? Zwei zentrale Fragen, die im Projekt zu klären sind.
„Natur und Ich“ läuft über den Zeitraum von 30 Monaten (Sommer 2017 - Winter 2019) mit insgesamt vier Gruppen von Schüler*innen im Alter von 12-13 Jahren. Die Schüler*innen absolvieren ein Programm, das in vier Phasen praktische Erfahrungen mit Wissensvermittlung kombiniert:

1. Sensibilisierung für die Natur (Erkundungsfahrten)
2. Thematische Vertiefung (Exkursionen im Wohnumfeld)
3. Vergleich und Bewertung der Naturräume (ländlich + urban)
4. Selbstreflexion

Die Paarung von Erlebnispädagogik mit künstlerischem Gestalten eröffnet den Schüler*innen Möglichkeiten an den Lerninhalten mitzuwirken und sich selbst auf kreative Weise auszudrücken.

 

 2.
Natur und Ich

Bewusste Wahrnehmung von Natur

Wer im Zentrum einer Metropole wie Berlin aufwächst, entwickelt im Allgemeinen nur bedingt ein Verständnis für die Natur. Was ein Ökosystem ist, wie es funktioniert und welchen Einfluss der Mensch darauf hat, bekommen die meisten Stadtmenschen nur theoretisch vermittelt. So ist es schwer einen wirklichen Bezug zu den wenigen so wichtigen Naturräumen im urbanen Wohnumfeld zu entwickeln. Das Projekt möchte Kindern aus dem Soldiner Kiez den Zugang zur Natur öffnen und sie dabei unterstützen, ein Bewusstsein für sich selbst darin zu generieren.
Zu Beginn erkunden die Schüler*innen die naturbelassene regionale Flora und Fauna an der Spree im Landschaftsschutzgebiet. Mit ihren ersten Erkenntnissen setzen sie die Erkundung des Panke-Grünzugs,  einem durch den Menschen geprägten Naturraum,  in ihrem Wohnumfeld fort. Die gewonnenen Informationen über Panke und Spree nutzen die Schüler*innen, um einen Vergleich der beiden Ökosysteme vorzunehmen. Darauf aufbauend bewerten sie das Ergebnis dieses Vergleichs und ziehen Schlussfolgerungen hinsichtlich bekannter Einflussfaktoren. Abschließend sind die Kinder in der Lage ihre eigenen Handlungen in ein Verhältnis zur Natur zu setzen und mögliche Konsequenzen, positive wie negative, zu erkennen.

 

 3.
Natur und Ich

Erkundung des Fließgewässers Spree (ländlich geprägt)

Eine Projektgruppe ist jeweils für fünf Tage autark im Landschaftsschutzgebiet auf dem Fluss unterwegs und übernachtet an unterschiedlichen Stellen im Wald. Dies stellt eine intensive Naturerfahrung dar, bei der die Kinder einerseits auf ihre Umgebung reagieren und grundsätzliche Tätigkeiten (kochen, waschen, Schlafstelle herrichten) an die Bedingungen der Natur ausrichten müssen, anderseits ihren Einfluss auf Pflanzen und Tiere im Landschaftsschutzgebiet (Müll, Lärm etc.) zu kontrollieren haben.
Zurück in der Schule setzen sich die Kinder mit dem Erlebten vertiefend auseinander. Dabei wird das künstlerische Gestalten bei fachlicher Begleitung genutzt, um sich mit den entstandenen Gedanken und Gefühlen auseinander zu setzen. Das auf der Erkundung gesammelte Material wird aufbereitet, um es im Kiez auszustellen und für die pädagogische Nutzung in weiteren Einrichtungen nutzbar zu machen.

 

4.
Natur und Ich

Erkundung des Fließgewässers Panke (urban geprägt)

Der Panke-Grünzug ist im Wohnumfeld der Kinder der größte zusammenhängende Naturraum und liegt in der Nachbarschaft der Carl-Kraemer-Grundschule. Der kurze Weg ermöglicht es, die Eindrücke von Exkursionen umgehend im Unterricht zu nutzen. In der künstlerischen Auseinandersetzung, z.B. mit dem Wind als Einflussfaktor im Ökosystem, erhalten die Kinder die Möglichkeit für einen Gefühls- und Gedankenaustausch mit ihren Mitschüler*innen. Die sich dabei stellenden Fragen haben einen direkten Praxisbezug im Zuge des Gesehenen und Erlebten. Das vermittelte Wissen kann von den Kindern klar zugeordnet und gut verinnerlicht werden. Letztlich werden ihnen die wohnortnahen Naturräume vertrauter und sie lernen diese nachhaltig zu nutzen.